Team-/Gruppenfortbildung

Start it UP

Seminarbeschreibung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unsere Seminarreihe Start it UP richtet sich an Euch, Eure neuen Kolleginnen und Kollegen im Team, an Berufsanfängerinnen und Wiedereinsteiger. Auch für Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen lohnt es sich, erste Impulse zu sammeln.

Im September 2024 bieten wir jeden Freitag an insgesamt vier Terminen ein Seminar zu Themen rund um den Umgang mit herausfordernden Verhalten bei Kindern und Jugendlichen an.

Eine gemeinsame Fortbildung im Rahmen des Onboardings und der Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Eurer Institution ermöglicht es, neben der fachlichen Kompetenz, eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Mit dieser Grundlage lassen sich gemeinsame Ziele in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit und der Begleitung innerhalb der Familien erreichen. Die Kommunikation in den Teams, auf Institutionsebene und zwischen allen Beteiligten ist einfacher, wenn alle wissen, worüber gesprochen wird.

Bereitet Euch optimal auf den Berufsstart vor, frischt Euren Wissensstand auf oder nutzt die Gelegenheit als Teambuilding mit Euren Kolleginnen und Kollegen.

Wir freuen uns auf Euch!

Beste Grüße
Euer Team von build it UP

Hier sind die Themen im Überblick:

Termin 1: Impulskontrolle bei Kindern

Freitag, den 06.09.2024 von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr

Die Impulskontrolle (syn. Selbstregulation, Selbststeuerung, Emotionsregulation) bezeichnet die bewusste Steuerung der eigenen Reaktionen und Gefühle. Bei Kindern zeigt sich impulsives Verhalten individuell, stark beeinflusst durch Alter und Entwicklungsstand.

Doch wie können wir Kinder effektiv unterstützen, ihre Impulse zu kontrollieren? Oder hat sich das nicht einfach mit der Zeit erledigt?

Wenn Kinder Schwierigkeiten haben, ihre Impulse zu kontrollieren, kann dies verschiedene Risiken mit sich bringen, darunter Probleme in sozialen Interaktionen, Konflikte mit Gleichaltrigen und Leistungsprobleme in der Schule.

Entdecke praktische Tipps und effektive Ansätze zur Förderung der Impulskontrolle bei Kindern. Dieses Thema lässt sich hervorragend in die Elternarbeit integrieren.

Seminarinhalte Impulskontrolle bei Kindern:

  • Was ist Impulskontrolle?
  • Wie entwickelt sich die Impulskontrolle?
  • Faktoren, die die individuelle Entwicklung der Impulskontrolle beeinflussen
  • Mögliche Ursachen mangelnder Impulskontrolle
  • Warum ist die Impulskontrolle wichtig?
  • Auswirkungen mangelnder Impulskontrolle
  • Strategien für Fachkräfte, um die Entwicklung der Impulskontrolle zu unterstützen
  • Strategien für Eltern, um die Entwicklung der Impulskontrolle zu unterstützen
  • Exkurs: Störungen der Impulskontrolle
  • Möglichkeiten der Begleitung von Kindern und Jugendlichen

Termin 2: Trauma und Traumafolgen

Freitag, den 13.09.2024 von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr

Traumatische Erlebnisse können eine Vielzahl von Emotionen und Reaktionen auslösen, die das psychische Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen stark beeinflussen können.

Kinder und Jugendliche, die traumatische Ereignisse erlebt haben, können eine Vielzahl von Symptomen zeigen, darunter Verhaltensauffälligkeiten, Probleme in der Schule, Beziehungsprobleme, Ängste, Depressionen und auch körperliche Beschwerden. Diese Symptome können kurz- oder langfristig auftreten und den Alltag der Kinder und Jugendlichen stark beeinträchtigen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Trauma individuell erlebt und verarbeitet wird. Was für ein Kind traumatisch sein kann, muss es für ein anderes nicht unbedingt sein. Daher ist es entscheidend, traumatisierte Kinder und Jugendliche individuell zu unterstützen und ihre spezifischen Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Frühe Traumata können vielfältige Konsequenzen für die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben.

Alles das, was wir als auffälliges Verhalten oder Symptom bezeichnen (wollen), ist der Versuch, irgendwie mit dem Erlebten umzugehen. Die Kinder und Jugendlichen zeigen im Alltag herausforderndes Verhalten, die von uns als Traumafolgestörungen zu verstehen sind.

Die Auswirkungen von Trauma können weitreichend sein. Durch frühzeitige Erkennung, Einordnung des Verhaltens und gezielte Interventionen können pädagogische und therapeutische Fachkräfte dazu beitragen, die Folgen eines Traumas bei Kindern und Jugendlichen so gering wie möglich zu halten. Dies erfordert ein ganzheitliches Verständnis von Trauma und den daraus resultierenden Traumafolgen sowie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen, um eine umfassende Unterstützung zu gewährleisten.

Seminarinhalte Trauma und Traumafolgen:

  • Angst, die grundlegende Emotion
  • Abwehrmechanismen
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Komplexe PTBS (kPTBS) nach ICD-11
  • Einschränkungen bei Betroffenen
  • Verlaufstypen der PTBS und kPTBS
  • ADHS und (k)PTBS - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Termin 3: Beziehung gestalten

Freitag, den 20.09.2024 von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr

In der therapeutischen und pädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern ist die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehung von zentraler Bedeutung.

Die vertrauensvolle Beziehung zu den betreuten Kindern und Jugendlichen bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Unterstützung und Förderung. Es erfordert ein sensibles Gleichgewicht zwischen Autonomie, Struktur und Flexibilität sowie Respekt und Verlässlichkeit.

Häufig konfrontieren die Kinder und Jugendlichen im Alltag jedoch mit Verhaltensweisen, die es schwer machen, eine vertrauensvolle Beziehung aufrechtzuerhalten.

Kinder und Jugendliche, die bereits negative Erfahrungen gemacht haben, sind oft misstrauisch gegenüber der nächsten Beziehung. Dieses Misstrauen kann sich in verschiedenen Formen wie Zurückhaltung, Unsicherheit oder auch Abwehr äußern. Diese Reaktionen können ein Schutzmechanismus sein, um sich vor weiteren Verletzungen oder Enttäuschungen zu schützen. Es ist wichtig, diese Reaktionen zu erkennen und das Verhalten der Kinder und Jugendlichen im Kontext ihrer persönlichen Entwicklung und Erfahrungen zu verstehen und nachzuvollziehen.

Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und kontinuierlicher Unterstützung können pädagogische und therapeutische Fachkräfte dazu beitragen, dass Kinder lernen, Vertrauen zu fassen und sich auf neue, korrigierende Beziehungserfahrungen einlassen.

Zu wissen, dass eine gute Erfahrung nicht alles heilt, aber vielleicht der nächsten Beziehung einen Vertrauensvorschuss ermöglicht.

Das Seminar bietet praxisnahe Einblicke, wie dieses Verständnis im Alltag umgesetzt werden kann. Es vermittelt nicht nur wirkungsvolle Methoden, um mit herausforderndem Verhalten umzugehen, sondern betont auch die Bedeutung einer spezifischen Grundhaltung für eine erfolgreiche Beziehungsgestaltung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Seminarinhalte Beziehung gestalten:

  • Verhalten bewerten
  • Bedürfnisse erkennen
  • Pathologische Denkschemata
  • Lösungsversuche verstehen
  • Elemente der Begegnung
  • Achtsamkeit gegenüber der eigenen Person

Termin 4: Deeskalation

Freitag, den 27.09.2024 von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr

Die Fähigkeit, adäquat mit Methoden der Deeskalation auf eskalierende Situationen zu reagieren, ist besonders wichtig in pädagogischen und therapeutischen Settings. In therapeutischen Praxen, Kindertagesstätten, Horten, der Kinder- und Jugendhilfe sowie in Tages- und Wohngruppen kann der Umgang mit Kindern und Jugendlichen herausfordernd sein.

In den Institutionen, die eigentlich als geschützte Räume dienen sollten, wirkt sich der Verlauf eskalierender Situationen oft erheblich auf die unmittelbar Beteiligten aus. Dies betrifft nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch Teammitglieder und sämtliche Anwesende.

Fehlende systemische Voraussetzungen führen zu einem erhöhten Konfliktpotenzial in den Einrichtungen, ebenso wie mangelnde Impulskontrolle und frühe Traumata bei den Kindern und Jugendlichen.

Der beste Schutz besteht darin, Eskalationen von vornherein zu verhindern.

Dies erfordert zum einen ein angemessenes und frühzeitiges Handeln in Situationen, die eine Tendenz haben, zu Eskalationen führen zu können. Dabei sollten Fachkräfte die eigene Sicherheit nicht aus den Augen verlieren.

Noch wichtiger ist es jedoch, ein Umfeld zu schaffen, in dem sensibel und vertrauensvoll mit den Umständen umgegangen wird, die zu Eskalationen führen können. Durch das Aufzeigen präventiver Maßnahmen und das Erkennen von Frühwarnzeichen tragen pädagogische und therapeutische Fachkräfte dazu bei, dass es nicht zu einer erneuten Eskalation kommt.

Sollte es dennoch zu einer aggressiven Episode kommen, ist dies ein Zeichen dafür, dass im Vorfeld bestimmte Warnsignale, die auf aufkommende Spannungen oder Bedürfnisse der betroffenen Person hinweisen könnten, übersehen oder nicht ausreichend beachtet wurden. Eine umfassende Nachbereitung und Analyse sind hier von entscheidender Bedeutung.

Eskalationen sollten immer die Ausnahme bleiben und nicht den Alltag bestimmen. Im besten Fall erleben Kinder und Jugendliche keine eskalierenden Situationen. Die Auswertung und Reflexion von Aggressionssituationen hat zum Ziel, präventive Maßnahmen zu stärken und Veränderungen zeitnah umzusetzen, um eine erneute Eskalation zu verhindern.

Seminarinhalte Deeskalation:

  • Was ist Aggression?
  • Prävention
  • Frühwarnzeichen
  • Verhalten in der Akutsituation
  • Nach der Akutsituation
  • Analyse
Bei jedem Termin ermöglichen wir Euch bei Bedarf zusätzlich zur Seminardauer bis zu 30 Minuten Zeit für Fragen und Diskussionen.

Präsentationsfolie
Präsentationsfolie
Präsentation
Ein großes rotes Ausrufezeichen.

Die Lösung/Deeskalation von Konflikten ist immer auch Beziehungsarbeit.

Ein Kreis in dem die verschiedenen Elementer des Deeskalationsprzesses aufgeführt sind.
Präsentationsfolie zum Thema Auftreten in der eskalierten Situation.

Kinder, die wir im pädagogischen und therapeutischen Kontext treffen haben häufig

Bedürfnisse nach … / Mangel an …

Sicherheit

Anerkennung und Wertschätzung

Wichtigkeit

verlässlichen Beziehungen

solidarischer Beziehungen

Autonomie

Unverletzlichkeit der eigenen Grenzen

Mögliche

Denkschemata bei Kindern und Jugendlichen

"Ich bin ein Versager."

"Ich bin unwichtig und wertlos."

"Beziehungen sind nicht sicher."

"Autonomie ist gefährlich"

"Meine Grenzen müssen nicht respektiert werden"

Wissen, dass eine gute Erfahrung nicht alles heilt, aber vielleicht der nächsten Beziehung einen Vertrauensvorschuss ermöglicht.

Seminardetails

Dozent/Dozentin

Michael Alkemper & Christina Peters

Dauer

4 Termine¹

Seminarart

Live-Vortrag

Technische Umsetzung

Zoom X²

Teilnahmebescheinigung

Teilnahmebescheinigung

Ergänzungen

Seminarunterlagen

¹: Wir ermöglichen bei Bedarf zusätzlich zur Seminardauer bis zu 30 Minuten Zeit für Fragen und Diskussionen.

²: Videokonferenzen unter Einhaltung des europäischen Datenschutzes.