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Einführung in die Traumapädagogik

Beschreibung

Unsere Fortbildung bietet einen fundierten Einstieg in die traumapädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die belastende oder traumatische Erfahrungen gemacht haben.

Im Mittelpunkt steht die traumapädagogische Haltung, die von Achtsamkeit, Empathie und dem Verständnis geprägt ist, dass jedes Verhalten eine Geschichte erzählt. Verhalten wird dabei nicht als Störung, sondern als Ausdruck eines inneren Bedürfnisses oder eines Bewältigungsversuchs verstanden. Der sogenannte Verstehensansatz, die Annahme des guten Grundes, hilft, Kinder und Jugendliche in ihrem Verhalten wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten.

Ein zentrales Element ist der „Sichere Ort“: ein pädagogisches Konzept, das Vertrauen, Orientierung und Stabilität fördert und so Sicherheit im Alltag schafft.

Die Fortbildung verbindet theoretische Grundlagen mit praxisnahen Methoden, Reflexion und Fallbeispielen. Fachkräfte lernen, traumabedingte Reaktionen wie Dissoziation, Impulsivität oder selbstverletzendes Verhalten zu verstehen und situationsangemessen zu begleiten. Ergänzend fließen psychotherapeutische Sichtweisen ein, die das eigene Handeln vertiefen und zur fachlichen Sicherheit im Alltag beitragen.

Die Fortbildung unterstützt pädagogische und therapeutische Fachkräfte dabei, traumatisierte Kinder und Jugendliche besser zu verstehen, ihre Reaktionen einzuordnen und mit fachlicher Sicherheit und Einfühlungsvermögen darauf zu reagieren.

Inhalte:

Grundlagen 

  • Der Verstehensansatz/Annahme des guten Grundes
  • Der sichere Ort 
  • Beziehung gestalten
  • Verhalten bewerten und Bedürfnisse erkennen
  • Pathologische Denkschemata und Lösungsversuche verstehen
  • Elemente der Begegnung und Achtsamkeit gegenüber der eigenen Person

Traumarelevante psychiatrische Krankheitsbilder 
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Komplexe PTBS (kPTBS) nach ICD-11
  • Verlaufstypen der PTBS und kPTBS 
  • ADHS und (k)PTBS – Gemeinsamkeiten und Unterschiede 
  • Einschränkungen bei Betroffenen 
  • Reaktive Bindungsstörung 
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) 

Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) 
  • Definition von NSSV und Abgrenzung zu suizidalem Verhalten
  • Formen der direkten Selbstverletzung 
  • Erklärungsansätze und Umgang mit NSSV

Dissoziative Phänomene 
  • Dissoziation und dissoziative Störungen
  • Dissoziative Amnesie
  • Dissoziative Identitätsstörung (DIS) 
  • Partielle dissoziative Identitätsstörung 
  • Depersonalisations- / Derealisationssyndrom 
 
Umgang mit Impulsivität als Traumafolgereaktion 
  • Was ist Impulskontrolle und wie entsteht sie?
  • Einflussfaktoren und Ursachen mangelnder Impulskontrolle 
  • Auswirkungen auf Verhalten und Beziehung 
  • Strategien für Fachkräfte zur Förderung von Impulskontrolle 
  • Strategien für Eltern zur Unterstützung der Entwicklung von Impulskontrolle 
  • Exkurs: Störungen der Impulskontrolle
  • Möglichkeiten der Begleitung von Kindern und Jugendlichen 

Psychotherapeutische Sichtweisen in der Traumapädagogik 
  • Nutzen psychotherapeutischer Konzepte im pädagogischen Kontext 
  • Abwehrmechanismen verstehen und erkennen 
  • Übertragung und Gegenübertragung 

Praxis und Reflexion 
  • Genogrammarbeit als Reflexions- und Verstehensinstrument 
  • Fallbesprechungen (traumabezogene Kasuistiken) 
  • Diskussion und Austausch im Plenum

Dozent

Michael Alkemper

  • Ergotherapeut
  • Studium Social-, Healthcare- and Education-Management (BA)
  • Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie
  • Seit mehr als 25 Jahren in der psychosozialen Arbeit und der Kinder- und Jugendhilfe tätig
  • Beratend tätig in eigener Praxis
  • Gründer von build it UP