Team-/Gruppenfortbildung

Gemeinsam Eltern bleiben

Seminarbeschreibung

Pädagogische und therapeutische Fachkräfte und Eltern sehen sich zunehmend mit schwierigen Fallberatungen konfrontiert. Sie erleben Eltern, die hochstrittig sind und Kinder, die in Loyalitätskonflikte geraten und den Kontakt zu einem Elternteil ablehnen. 

Diese herausfordernden Situationen professionell und sensibel zu begleiten, hochstrittige Eltern im Sinne des Kindeswohls zu beraten, Kinder bei der Bewältigung des Loyalitätskonflikts zu unterstützen und die Ablehnung eines Elternteils durch das Kind fachlich versiert einzuordnen, vermitteln wir in dieser Fortbildung.

Seminarinhalte:

  1. Eltern in Hochkonfliktsituationen begleiten
  2. Loyalitätskonflikte bei Kindern
  3. Prävention von Bindungsabbrüchen

1. Eltern in Hochkonfliktsituationen begleiten

Hochstrittige Eltern sind ein herausforderndes Thema in der Jugendhilfe. Die Begleitung der Eltern fordert viele Ressourcen; im Sinne des Kindeswohls scheinen erfolgreiche Lösungen eher die Seltenheit. Kinder sind die Leidtragenden und durch die Hochkonfliktsituation zwischen den Eltern hoch belastet. 

Diese Fortbildung vermittelt Wissen, um die Hintergründe der Konflikte zu verstehen und zeigt Möglichkeiten, die Eltern dazu bewegen können, trotz ihrer Konflikte auf Paarebene als kompetente Eltern für ihre Kinder gemeinsam präsent zu sein. 

Diagram zum Thema psychische Folgen für Kinder in Trennungssituationen der Eltern.

2. Loyalitätskonflikte bei Kindern

Kinder, die sich in der Mitte elterlicher Streitigkeiten befinden, leiden oft unter Loyalitätskonflikten. Sie fühlen sich hin- und hergerissen und haben das Gefühl, im Wechsel für jeden Elternteil Partei ergreifen zu müssen.

Dieser Teil der Fortbildung bietet Einblicke in die psychologischen Mechanismen des Loyalitätskonfliktes. Wir zeigen Wege, wie Eltern und pädagogische und therapeutische Fachkräfte Kinder unterstützen, damit diese ihre Gefühle zur Trennung verarbeiten, sie sich aus dem Loyalitätskonflikt befreien und ihre eigene Identität stärken.

Mögliche Gründe für einseitige Loyalität des Kindes
Mögliche Gründe für einseitige Loyalität des Kindes

3. Prävention von Bindungsabbrüchen
(Eltern-Kind-Entfremdung)

Die Diskussion über das Phänomen Eltern-Kind-Entfremdung (syn.: elterninduzierte Kontaktverweigerung, trennungsinduzierter Kontaktabbruch, Kontaktverlust und emotionale Entfremdung) erfolgt nicht nur in der Jugendhilfe und den Familiengerichten. 

Die heftigen Konflikte zwischen hochzerstrittenen Eltern zu diesem Thema führen Andere in den sozialen Medien fort. Über die Deutungshoheit, ob es das Phänomen der Eltern-Kind-Entfremdung in welcher Form gibt, streiten sich Eltern, Familienrechtler, Psychologinnen, Pädagogen und Betroffene. Interessenvertreterinnen und -vertreter verschiedenster Gruppen beschuldigen sich gegenseitig, wer das Phänomen wie für seine (in den Vorwürfen meist niederen) Beweggründe für sich ausnutzt. Nachtrennungsgewalt, Bindungstoleranz,  Missbrauch mit dem Missbrauch, Parental-Alienation-Syndrom (PAS) -  diese Begriffe sind inzwischen emotional extremst aufgeladen. Die Inhalte in den Artikeln, Postings und Statements in den Medien lassen in der Heftigkeit gegenseitiger Anfeindungen und Beschuldigungen oft wenig fachliche Expertise erkennen, dafür aber eine eigene Betroffenheit der Akteurinnen und Akteure vermuten. Ein aktuelles Beispiel bietet die Reaktion des Volksverpetzers auf einen Artikel im Stern vom 23.05.2024 zum Thema Trennungskinder (Link)
Der Streit reicht weiter bis in die wissenschaftliche Forschung hinein. Hier stellen Expertinnen und Experten aus Pädagogik und Psychologie einander die Expertise, wissenschaftliche Kompetenz und Integrität in Abrede. Für betroffene Familien und Fachkräfte ist das alles wenig hilfreich.

Was vielen, die sich an dieser Diskussion  beteiligen zu fehlen scheint, ist die Bereitschaft, ein Sowohl-als-auch zu akzeptieren. Nicht mit einer Schwarz-Weiß-Sicht auf die betroffenen Trennungsfamilien zu schauen, sondern deren Individualität zu erkennen und sich darauf einzulassen, dass es verschiedene Ursachen für die Ablehnung eines Elternteils durch das Kind gibt. Die gilt nicht zuletzt für Fachkräfte der Jugendämter und der Kinder- und Jugendhilfe, die die Möglichkeit einer frühen und adäquaten Intervention zum Wohl des betroffenen Kindes nutzen sollten. 

Wir wollen in diesem 3. Teil der Fortbildung aktuelle Erkenntnisse zu dem Phänomen Eltern-Kind-Entfremdung aufzeigen. Welche Hintergründe und Entwicklungen führen dazu, dass Kinder aus Trennungsfamilien den Kontakt zu einem Elternteil ablehnen, zu dem vorher eine Bindung bestand? Welche Möglichkeiten gibt es für pädagogische und therapeutische Fachkräfte, betroffene Kinder und deren Eltern in dieser Situation gut zu begleiten und zu beraten?

Seminardetails

Dozent/Dozentin

Michael Alkemper, Christina Peters

Dauer

2 Stunden¹

Seminarart

Live-Vortrag

Technische Umsetzung

Zoom X²

Teilnahmebescheinigung

Teilnahmebescheinigung

Ergänzungen

Seminarunterlagen

¹: Wir ermöglichen bei Bedarf zusätzlich zur Seminardauer bis zu 30 Minuten Zeit für Fragen und Diskussionen.

²: Videokonferenzen unter Einhaltung des europäischen Datenschutzes.