Schule als Schutzfaktor
Herausforderndes Verhalten und psychische Belastungen im Schulalltag wahrnehmen und sicher handeln
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Teilnahme an der Online-Fortbildung
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Preis pro Teiln.: 49,90 €
inkl. 19 % USt.
Dauer: 2 Stunden
Dienstag, 27. April 2027 um 17:00 Uhr
Praxisorientierte Online-Fortbildung für Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II
Lehrkräfte erleben im Schulalltag sehr unterschiedliche Verhaltensweisen: Schülerinnen und Schüler ziehen sich zurück, beteiligen sich kaum noch am Unterricht, reagieren schnell gereizt oder aggressiv, fehlen zunehmend oder zeigen deutliche Veränderungen in ihrem Verhalten und ihrer Leistungsfähigkeit.
Solche Veränderungen können viele Ursachen haben und stehen häufig mit früheren oder aktuellen belastenden Lebensumständen im Zusammenhang. Dies können Konflikte der Eltern, Trennung und Verlust, Mobbing, Diskriminierung oder Erfahrungen von körperlicher oder emotionaler Gewalt sein. Die Auswirkungen dieser psychischen Belastungen zeigen sich oft im Verhalten der Schülerinnen und Schüler.
Um im Kontakt mit auffälligem und herausforderndem Verhalten sicher und handlungsfähig zu bleiben, stellen sich bereits bei ersten Auffälligkeiten sehr praktische Fragen:
- Was beobachte ich bei Schülerinnen und Schülern?
- Welche Art von belastenden Lebensumständen kann sich im Verhalten ausdrücken?
- Wie reagiere ich angemessen und was sind die nächsten Schritte?
Die Fortbildung befasst sich mit diesen drei Kernfragen.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Beobachtungen, typische Situationen aus dem Schulalltag und überschaubare Handlungswege.
Jedes Verhalten erzählt eine Geschichte
Wir sensibilisieren die Teilnehmenden dafür, Veränderungen sowie auffälliges oder herausforderndes Verhalten als Ausdruck möglicher Belastungen wahrzunehmen und daraus angemessene nächste Handlungsschritte abzuleiten.
Verhalten wahrnehmen und einordnen
Kinder und Jugendliche können erheblichen Belastungen ausgesetzt sein, ohne dass deren Hintergründe in der Schule unmittelbar bekannt sind. Sichtbar wird häufig zunächst das Verhalten.
Mögliche Veränderungen können unter anderem sein:
- zunehmender Rückzug oder fehlende Beteiligung
- deutliche Leistungsschwankungen oder Leistungsabfall
- häufigere Fehlzeiten
- Gereiztheit, Wut oder aggressives Verhalten
- Impulsivität und Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation
- auffällige Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
- wiederkehrende Konflikte
- starke Ängste oder Vermeidungsverhalten
- deutliche Veränderungen gegenüber dem bisherigen Verhalten
Zentrale Erkenntnisse aus der ACE-Forschung zu belastenden Kindheitserfahrungen, weitere Belastungs- und Risikofaktoren sowie aktuelle wissenschaftliche Befunde zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und zum Einfluss von Schutzfaktoren auf die Auswirkungen von Belastungen bilden die fachliche Grundlage. Dabei werden auch mögliche neurobiologische Auswirkungen anhaltender Belastungen auf Stressregulation, Aufmerksamkeit, Verhalten, Selbst- und Emotionsregulation berücksichtigt.
Schule als Schutzfaktor – Schutzfaktor Lehrkraft
Lehrkräfte können für Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Schutzfaktor sein. Oft genügt es schon, Veränderungen wahr- und ernst zu nehmen. So werden Belastungen früher erkannt, und Unterstützung kann rechtzeitig beginnen. Die Schwierigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler zu lösen oder sie intensiv zu begleiten, gehört dabei nicht zu den Aufgaben der Lehrkräfte.
Wie sich der nächste Schritt gestaltet, hängt von der individuellen Situation, den eigenen Erfahrungen und den vorhandenen Unterstützungsangeboten der Schule ab. Die Fortbildung zeigt einfache Handlungswege, die sich im Schulalltag umsetzen lassen. Wichtig ist dabei auch die Entlastung der Lehrkräfte: Wer weiß, was zur eigenen Rolle gehört und wer an der Schule weiterhelfen kann, geht sicherer mit schwierigen Situationen um.
Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, einen persönlichen Handlungsplan zu erstellen, der ihre individuellen Möglichkeiten und die Ansprechpersonen ihrer Schule berücksichtigt. So entsteht eine praktische Orientierung, auf die sie bei auffälligem oder herausforderndem Verhalten zurückgreifen können.
Inhalte der Fortbildung
- Belastungs- und Risikofaktoren in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
- Zentrale Erkenntnisse der ACE-Forschung und aktuelle wissenschaftliche Befunde zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
- Mögliche neurobiologische Auswirkungen anhaltender Belastungen auf Stressregulation, Aufmerksamkeit und Emotionsregulation
- Bedeutung von Schutzfaktoren für die Entwicklung und psychische Gesundheit
- Herausforderndes Verhalten als möglicher Ausdruck von Belastungen und Bewältigungsversuchen
- Auffälliges Verhalten und Verhaltensveränderungen im Schulalltag wahrnehmen und einordnen
- Schule und Lehrkräfte als Schutzfaktoren für Kinder und Jugendliche
- Schulische und externe Unterstützungsangebote, Zuständigkeiten und Weitergabewege ermitteln
- Erstellung eines persönlichen Handlungsplans unter Berücksichtigung der eigenen Möglichkeiten und individuellen schulischen Strukturen
Ergänzende Fallberatung
Es gibt Situationen, die sich als besonders komplex darstellen oder Fragen aufwerfen, die sich im Schulalltag nicht ohne Weiteres klären lassen. Eine individuelle Fallberatung kann dabei unterstützen, Beobachtungen einzuordnen, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen, passende Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und die beteiligten Lehrkräfte zu entlasten.
Gerade wenn schulinterne Beratungsangebote wie Schulsozialarbeit oder Beratungslehrkräfte nicht zur Verfügung stehen oder zusätzliche fachliche Unterstützung benötigt wird, kann eine externe Fallberatung hilfreich sein. Sie ermöglicht einen unabhängigen Blick auf die Situation und bietet Raum, konkrete Fragen vertraulich zu besprechen und weitere Handlungsschritte zu entwickeln.
Hierfür bieten wir eine ergänzende individuelle Online-Fallberatung für Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte an.
Zielgruppe
Die Online-Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte sowie weiteres pädagogisches Personal an weiterführenden Schulen.
Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II, insbesondere ab Jahrgangsstufe 7.
Die Fortbildung eignet sich für einzelne Lehrkräfte als auch für Kollegien und schulische Teams, die gemeinsame Handlungswege im Umgang mit herausforderndem Verhalten, psychischen Belastungen und auffälligen Veränderungen bei Schülerinnen und Schülern entwickeln möchten.
Die Fortbildung kann auch als Teamfortbildung für ganze Kollegien zu individuell vereinbarten Terminen gebucht werden. Sprechen Sie uns gerne an, wir erstellen Ihnen ein auf Ihre Schule abgestimmtes Angebot.
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