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Traumasensible Begleitung (Trauma-Informed Care) in der psychosozialen Arbeit

Die Auswirkungen früher Belastungen auf die psychische Entwicklung

Die aktuelle psychiatrische Forschung zeigt: Traumatische und andere schwerwiegende belastende Erfahrungen können das Risiko erhöhen, im weiteren Verlauf des Lebens eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Bereits die Mitte der 1990er-Jahre durchgeführte ACE-Studie (Adverse Childhood Experiences) zeigte Zusammenhänge zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und späteren gesundheitlichen sowie psychosozialen Belastungen. Zahlreiche darauf aufbauende wissenschaftliche Untersuchungen haben diese Zusammenhänge weiter untersucht und bestätigt. Nicht nur posttraumatische Belastungsstörungen wie PTBS und kPTBS, sondern ein deutlich breiteres Spektrum psychischer Erkrankungen und psychosozialer Schwierigkeiten zeigt sich bei Betroffenen.

Viele Verhaltensweisen und Symptome, die im Erwachsenenalter als Teil einer psychischen Störung in Erscheinung treten, können dabei auch vor dem Hintergrund früherer belastender Erfahrungen als Bewältigungs- oder Kompensationsversuche verstanden werden. Hinweise auf traumatische und andere belastende Erfahrungen finden wir häufig in den Biografien von Klient*innen, denen wir in der psychosozialen Arbeit begegnen.

Dieses Seminar vermittelt praxisnahes Wissen zu den Grundlagen psychischer Traumata, ihren Ursachen sowie zu möglichen Zusammenhängen zwischen belastenden Erfahrungen und psychischen Erkrankungen wie Depression, Angsterkrankungen, Schizophrenie oder Borderline. Es veranschaulicht, wie sich traumatische Erfahrungen auf Verhalten, Beziehungsgestaltung und die weitere Entwicklung auswirken können und welche Relevanz dies für den professionellen Umgang mit Klient*innen in der psychosozialen Arbeit hat.

Angesprochen werden dabei unter anderem Arbeitsfelder wie psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen, Sozialpsychiatrische Dienste, ambulant betreutes Wohnen, Tagesstätten, besondere Wohnformen der Eingliederungshilfe, Wohngruppen und andere Unterstützungsangebote für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Ebenso relevant sind Einrichtungen der Suchthilfe und Suchtberatung, Frauen- und Männerhäuser, Gewaltschutzstellen, Mutter-Kind-Einrichtungen sowie Angebote der Wohnungslosenhilfe und Wohnungsnotfallhilfe.

Handlungssicherheit im Umgang mit belasteten und traumatisierten Menschen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einer traumasensiblen Haltung im Sinne von Trauma-Informed Care im Arbeitsalltag: Wie kann eine unterstützende Begleitung aussehen, die Sicherheit, Stabilität und Orientierung bietet? Welche Rolle spielt Biografiearbeit in diesem Zusammenhang? Und wie lassen sich bestehende Sichtweisen auf die Entstehung psychischer Erkrankungen um belastungs- und biografieorientierte Perspektiven erweitern?

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an pädagogische und therapeutische Fachkräfte aus den Bereichen Soziale Arbeit, Pädagogik, Psychotherapie und Beratung, die ihre Kompetenzen im Umgang mit belasteten und/oder traumatisierten Menschen vertiefen möchten. Auch Personen in Ausbildung, Berufseinsteiger*innen, Quereinsteiger*innen sowie ehrenamtlich Engagierte und fachlich Interessierte sind herzlich willkommen.

Seminarinhalte:

  • Was ist ein Trauma?
  • Zusammenhang von Trauma und psychischen Erkrankungen.
  • Warum eine traumasensible Begleitung?
  • Psychische Erkrankungen als Folge von Trauma.
  • Ursachen
  • Biografiearbeit
  • Traumasensible Haltung

Die Fortbildung richtet sich an pädagogische und therapeutische Fachkräfte, die Kinder und Jugendliche begleiten, insbesondere in Kita, Schule, Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Wohngruppen, Tagesgruppen, OGS und Ergotherapie.

Hinweis: Diese Fortbildung ist ausschließlich als Teamfortbildung buchbar und kann individuell auf die Anforderungen und Fragestellungen eures Teams abgestimmt werden.

Was sind Teamfortbildungen?

Dozent

Michael Alkemper

  • Ergotherapeut
  • Studium Social-, Healthcare- and Education-Management (BA)
  • Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie
  • Seit mehr als 25 Jahren in der psychosozialen Arbeit und der Kinder- und Jugendhilfe tätig
  • Beratend tätig in eigener Praxis
  • Gründer von build it UP
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